cull.de > modellbau > modellraketen                                                                                                                              HOME 


Mein kurzer Ausflug in die Welt der Raketenmodelle
- Ende der 80er Jahre! -

Mein Ausflug in die Welt der Modellraketen war ein eher kurzes Vergnügen.
Anfang der 80er Jahre war es eine Herausforderung, überhaupt einen Hersteller
von Treibsätzen zu finden. Ursprünglich haben wir mit selbstgebauten Treibsätzen
experimentiert, wovon ich aber nur abraten kann!
Schließlich handelt es sich bei den Materialien, welche den Schub erzeugen,
um hochexplosive Stoffe, die nur in den seltensten Fällen kontrolliert abbrennen!
Also Hände weg von Treibsätzen im Eigenbau!



                                                              Einer der ersten gelungenen Starts eines Eigenbaus!


  Die Flugbahn lässt etwas zu wünschen übrig!                                "Stecklandung"








   
Ein sehr seltener Schnappschuss: die Leichtbau-Rakete kurz nach dem Verlassen des Startrohres






 
"Ist sie nicht schön?"                             oben: Einfach zu schnell für ein Bild
                 "Ja, sie ist nicht schön!"                                             unten: Der "Rücksturz" zur Erde


                                                                             Umweltfreundlich entsorgt -
                                                                             dieses Modell bestand nur aus Papier und Holz!







  
Lunte an und warten........                                                                              .....Angst?



  Keine Angst! Das war nicht so gefährlich wie es aussieht!

Trotzdem:

KINDER! Bitte nicht nachmachen! (Wir waren jung und brauchten das Geld)

                                                                                                    
  ;-)













Nachdem wir einen Händler in Berlin aufgetan hatten, bei dem wir recht kostengünstig zuverlässige Treibsätze beziehen konnten, machten wir uns an das Design der Raketen.

Nach den Erfahrungen mit zwei Bausätzen namens „Thor“ und „Odin“
(an den Hersteller erinnere ich mich nicht mehr), die beide enttäuschender Weise ihren Jungfernflug nicht überlebten, dachten wir uns, Raketen die nicht fliegen, können wir auch selber bauen. Dazu brauchen wir nicht extra viel Geld in Bausätze zu investieren.

Und so entstand eine der ersten Eigenbauten aus Balsaholz und Fiberglasrohren aus alten Angeln.
Als Spitze musste auch schon mal
eine Kappe von einem Augentropfen-fläschchen herhalten.
Der Zweck heiligt die Mittel.





Wie man links gut sehen kann, waren aber auch die Flugbahnen der ersten Modelle recht eigenwillig. „Weiter als hoch“ war eigentlich nicht unser Ziel!

           ;-)











Schnell merkten wir, dass auch bei
den Raketen hauptsächlich das
Gewicht die alles entscheidende
Größe war. Zumindest für unsere Sandard-Treibsätze. Und so wurden
die Raketen nicht nur schlanker
sondern auch von allem unnötigen Zierrat befreit.



Als Startrampe ersetzten bei uns
schnell starke Papprohre in verschiedenen Durchmessern die herkömmlichen Stahldrähte, an denen
die Raketen in den ersten Zentimetern ihres Fluges geführt werden.




Besonders der Rückstau innerhalb des Rohres hinter der Rakete brachte einen großen Geschwindigkeitsvorteil in der Startphase. Ganz nebenbei waren
unsere Flugkörper darin beim Transport hervorragend geschützt.





























Schnell stellten wir uns die Frage,
wie minimalistisch wohl so eine Rakete sein könnte. Wie wäre wohl die preiswerteste Lösung? Hier links seht
ihr mein persönlich spartanischstes Modell.


Der Körper bestand aus drei Wicklungen Papier, welches mit Weißkleber versehen nach dem Aushärten voll und ganz ausreichend war (zumindest für ein Einwegmodell).

Die Spitze war auf die gleiche Weise gefertigt und mit schnödem Isolierband aufgesetzt. Als Flossen dienten drei Balsabrettchen, die mittels Sekundenkleber befestigt wurden. Der Treibsatz fand schließlich auch mithilfe von Sekundenkleber seinen Platz.
Noch zwei Rohrchen aus einem
McDoof-Trinkhalm – FERTIG!




Aufgrund seines extremen Leichtbaus ging das Ding ab wie eine Rakete ;-))

Auch ohne irgendeine Bremsvorrichtung wie z.B. einem Fallschirm kam der Leichtbau unbeschadet zur Erde zurück. Wenn auch etwas versteckt zwischen Bäumen. Aber daran muss man sich als Raketenbauer sowieso gewöhnen.








Aber auch diese Methode war noch ausbaufähig. Wir konnten die Kosten
pro Rakete tatsächlich noch einmal senken. Was wir dafür brauchten: ein Treibsatz, ca. 10cm Klebeband – fertig!


Dann ein kurzer Gang zur nächsten Hecke, Messer raus, einen langen geraden Zweig gesucht, ab damit, Klebeband um den Treibsatz und den Zweig und ab ins Rohr.



Mit „Modell“-Raketen hat das allerdings nichts mehr zu tun gehabt. Eher mit Sylvesterraketen ohne Leuchtkugeln.









Man merkt schon, dass das Raketen-Fieber nachgelassen hatte und wir die Treibsätze loswerden wollten.
Irgendwie hatte es nicht richtig gefunkt. Als RC-Modellbauer ist man gewohnt, sein Modell bis zur Landung zu steuern.

Bei einem Raketenstart ist es mit der Zündung vorbei mit der Kontrolle. Der Rest ist Hoffnung. Hoffnung, dass sich der Fallschirm öffnet, Hoffnung dass das
gute Stück dort landet, wo man es bergen kann.





Ich möchte aber auf keinen Fall die Leistungen der anderen Raketenbauer schmälern.
Ganz im Gegenteil! Ich schaue noch heute gerne Berichte über dieses wirklich
interessante Hobby z.B. im TV. Was wir damals gemacht haben hatte dagegen ja nur ansatzweise mit Raketensport zu tun. Sicher lag das auch in der damals sehr spartanischen Informationsdichte und der mangelhaften Materialversorgung. In Zeiten von Internet, Globalisierung und eBay ist das ja kein Problem mehr.